Im unteren Fall beziehe ich mich auf eine erfolgreiche Bearbeitung von Prüfungsängsten bei einem Klienten mit Hilfe der Musikresonanz®. Die Methode nutze ich im Zusammenspiel mit Atemtechniken, der präzisen Strukturierung von Lernstoff und der Verfeinerung von Umgebungsbedingungen sowie einem spezifischem Lerntraining. (Lerntraining – fitmitgrit®)

 

Fall des Herrn M:

„Wer kennt es nicht; die nächste mündliche Prüfung steht an und ich bin wie gelähmt. Ich halte mir vor Augen, dass ich alles Wichtige gelernt habe und den Stoff auch beherrsche. Dennoch steigt in mir schon am Abend vor der Prüfung das mulmige Gefühl hoch, dass ich vielleicht doch nicht ausreichend gelernt habe. Mir schwirren tausende Fragen durch den Kopf und anstatt frühzeitig ins Bett zu gehen, hole ich meine Lernsachen raus und krame wie wild in den Blättern, um Antworten auf meine Fragen zu finden. Die recht schlaflose Nacht geht meistens  nicht spurlos an mir vorbei und ich bin am nächsten Morgen kaum ausgeschlafen und noch sehr müde. Doch die Prüfung beginnt bald. Ich schaue mir noch einmal alles an, was ich für prüfungsrelevant halte. Kurz vor der Prüfung hat sich mein Puls gefühlt verdreifacht und ich kann meinen Herzschlag sehr deutlich in meiner Brust spüren. Meine Handflächen werden feucht und ich beginne richtig nervös zu werden. Ich wippe mit den Füßen hin und her und meine Brust beginnt sich zu verkrampfen. Am liebsten würde ich erst gar nicht zur Prüfung antreten, obwohl ich gut gelernt habe! Ich mache mir aus heiterem Himmel Gedanken darüber, was für Fragen wohl drankommen könnten und wie die Dozenten es aufnehmen, wenn ich totalen Mist erzähle. Würden sie mich überhaupt verstehen? Sind sie direkt negativ eingestellt, wenn ich die ersten Fragen vielleicht nicht weiß? Geben sie mir extra die schweren Fragen oder Fragen zu Themen, die ich nicht zu 100% draufhabe? All diese Gedanken lenken mich ab und ich kann mich nicht auf die Prüfung konzentrieren.

Die Prüfung beginnt. Ich stelle mich vor und bekomme kaum einen Ton raus, da sich meine Anspannung von der Brust nun auch auf meine Stimmbänder gelegt hat. Ich fange an leicht zu stottern und wiederhole mich oft. Mein Mund ist so trocken, als wäre ich tagelang ohne Wasser in der Wüste unterwegs gewesen, ohne zu trinken. Ich kann mich plötzlich an nichts mehr erinnern und versuche mich um die Themen drum rum zu reden. Es fühlt sich meist an wie eine kleine Panikattacke. Dann unterbricht mich der Dozent und meint, ich solle einmal, zweimal tief durchatmen und einen Schluck Wasser trinken und dann noch einmal tief durchatmen. Ich merke, wie sich die Anspannung allmählich löst. Ich gehe tief in mich und beantworte die letzten Fragen.“

 

Der Fall von Herrn M. lässt viele Lösungswege offen, wie die Angst reduziert werden könnte. Deshalb möchte ich eine Option vorstellen, die mit Hilfe der Musikresonanz® relativ schnelle Ergebnisse erzielt.

 

Herr M. schildert, wie sein Körper auf die Stressreaktion reagiert. Trockener Hals, Spannungsgefühl in der Brust, Zittern, Stottern usw. Herr M. reagiert sehr stark somatisch, also sehr körperlich, auf die aufsteigenden Ängste.

Der Angstgedanke ist an ein komplexes körperliches Unwohlsein gebunden.

Die Musikresonanz®, welche durch spezifische Klänge oder Musikfrequenzen, erzeugt wird, gibt wohltuende Impulse an den Körper, Nerven und das Gehirn zurück. Musik wirkt an dieser Stelle positiv und angstreduzierend.

Was macht die Musik nun genau mit dem Gehirn?

Heutzutage hört jeder täglich Musik, sei es im Radio, im Fernsehen oder über sein Smartphone. Jeder Organismus reagiert dabei unterschiedlich. Jeder hat seine Lieblingsmusik. Aber es gibt auch Musikrichtungen, die man lieber nicht hört. Während die Lieblingssong einen befriedigenden Zustand in einem Menschen auslösen können, kann eine Musikrichtung, die man nicht so mag, Stress und sogar Aggressionen auslösen. Ebenso kann motivierende Musik den Körper aktivieren oder entspannende Musik eine konzentrationsfördernde Wirkung auf Körper und Geist haben.

Diesen positiven Effekt von Musik, auf beispielsweise die Gedächtnisleistung, kann man sich zu Nutzen machen, um effektiver zu lernen und sich auf Prüfungen vorzubereiten. So konnten Lopez (2005) und Hillecke (2005) feststellen, dass Musik die Gehirnfunktionen und das Verhalten beeinflussen kann. Dies geschieht über die fünf Wirkkriterien der Aufmerksamkeit, Emotion, Kognition, des Verhaltens und der Kommunikation. So werden die affektive, die kognitive und die sensomotorische Ebene über die Musik reguliert. So kann das Hören der Lieblingsmusik so starke Reaktionen im Körper hervorrufen (wie eine Gänsehaut am ganzen Körper), wie sie bei „gutem Essen, Sexualverhalten oder Drogeneinfluss“ festzustellen sind. (Schloffer, Prang & Frick-Salzmann 2010, S. 106) So wird demnach das limbische System (das Belohnungssystem), durch eine verstärkte Durchblutung, angeregt. Zudem konnte festgestellt werden, dass der sogenannte Mandelkern, der für die Angst- und Alarmreaktionen ist, bei angenehmer Musik abgeschaltet wird. Währenddessen werden die Regionen, die positive Gefühle auslösen, stimuliert. So spielt das Limbische System eine wichtige Rolle, da das vegetative Nervensystem positiv beeinflusst und essentiell wichtig ist bei der Reizbewertung und beim Entstehen von Emotionen (Schloffer et. al. 2010, S. 107).

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass angenehme Musik bzw. Klänge oder Klangfrequenzen die Regionen abschaltet, die für Angst- und Alarmreaktionen zuständig sind und jene Regionen stimulieren, die in Verbindung mit dem Limbischen System, also dem Belohnungssystem, stehen. So werden beim Lernen mit angenehmer Musik nur die belohnenden Hirnareale beansprucht, die dabei helfen, das gelernte besser zu behalten, da positive Emotionen mit dem Gelernten verknüpft werden.

Mit dem „Muselounger“ (Klangmöbel, www.muselounger.de) in meiner Praxis ist die Musik zusätzlich über leichte Vibrationen auf der gesamten Körperrückseite spürbar. Die Verbindung von Lerntraining und positivem Körperfeedback ist ein neues angenehmes zu erlernendes Verhaltensmuster. Prüfungsängste werden deutlich reduziert und mit anderen Angstreduktionsmethoden kombiniert.

Mentaltraining oder die Reduktion von Wettkampfängsten für Spitzensportler ist mit dieser Technik ebenfalls sehr effektiv zu erreichen.

Falls du mehr wissen möchtest, kannst du mir deine Fragen senden.

Kontakt: grit@fitmitgrit.com

 

Deine Grit Moschke (Expertin der Sportpsychologie ( Sporthochschule Köln, Olympiastützpunkt)

Blog 78 Angstfrei und entspannt in die Prüfung – Lerntraining mit Musikresonanz

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